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·3 Min Lesezeit·Spurig-Team

KI schreibt Texte. Aber sie kennt deinen Laden nicht.

Warum KI-Texte erst wirken, wenn echte Kundenerfahrung dazukommt. Ein Founder erzählt, wie er ChatGPT trainiert.

KIContent-MarketingAutomationStorytellingPraxisarchetype:Fmood:3

ChatGPT hat mir gestern einen Newsletter-Entwurf geschrieben. Sieben Minuten Arbeit. Der Text war sauber. Grammatik perfekt. Irgendwie aber auch: leer.

Mein Bruder las ihn. "Das könnte von jedem SaaS-Tool sein", sagte er. Und er hatte recht.

Das war der Moment, wo mir klar wurde — KI schreibt nicht schlecht. KI schreibt generisch. Sie kennt dein Geschäft nicht. Sie hat noch nie mit deinem Kunden telefoniert. Sie weiß nicht, welche Frage ihn nachts wachhält. Sie kennt nicht diese drei Sekunden Stille, bevor er antwortet.

Hier ist was ich seitdem mache.

Die KI hat Angst vor Spezifik

Ein Marketing-Tool aus München. Ich fragte ChatGPT: "Schreib eine Landing-Page für ein Marketing-Tracking-Tool."

Raus kam:
"Unlock the full potential of your marketing campaigns with real-time analytics and comprehensive tracking solutions..."

Niemand würde das klicken. Ich hätte es genau so für Bitly schreiben können. Für Mixpanel. Für irgendein Tool.

Dann zeigte ich ChatGPT drei Dinge:
"Dein echter Kunde ist ein Friseur aus Hannover. Er hat letzte Woche angerufen und sagte: 'Ich weiß nicht ob meine Plakate funktionieren.' Er hat Angst davor, dass die Werbetafeln Geld verbrennen, und keiner sieht es. Schreib für IHN."

Drei Sätze. Spezifik. Nicht über das Tool — über diesen einen Menschen.

Die zweite Version war nicht neu. Aber sie war konkret. "Deine Plakatwand sendet täglich hundert Menschen zur Website. Du siehst die Zahl nie. Hier erfährst du endlich, welche drei wirklich funktionieren."

Spezifik ist das einzige, das KI von deinem Laden unterscheidet.

Wo du die Spezifik sammelst

Ein Anwalt fragte mich letzte Woche: "Woher soll ich wissen, was meine Mandanten wirklich wollen?"

Das ist die falsche Frage. Die richtige ist: "Wo sitze ich am nächsten bei meinen Kunden?"

Drei Quellen, die ich nutze:

Quelle 1: Der Telefonanruf.
Letzte Woche. Ein Restaurant-Betreiber angerufen. "Unsere Menü-QR-Codes funktionieren nicht." Ich fragte: "Was heißt funktioniert nicht?" Stille. "Niemand scannt." Weitere Stille. "Oder — wir wissen es nicht." Das ist nicht nur ein Problem. Das ist ein Satz in meinem nächsten Text. "Du hast einen QR-Code. Du kennst die Wahrheit nicht."

Das schreibt dir kein KI-Tool hin.

Quelle 2: Die Frust-Mail.
Mein Steuerberater schrieb mir neulich: "Welches Tool speichert Kundendaten wo eigentlich?" Ich habe diese Mail dreimal gelesen. Diese EINE Frust-Frage ist wertvoller als hundert Konkurrenz-Analysen.

Quelle 3: Das Radio-Fehler-Pattern.
Wenn drei Kunden die gleiche Frage stellen innerhalb von vier Wochen — das ist dein nächstes Blog-Thema. Nicht weil es clever ist. Sondern weil drei echte Menschen es wissen wollen.

Sammel diese drei Quellen. Schreib sie auf. Ein Google Doc reicht. Titel: "Was unsere Kunden wirklich fragen." Am Ende jeder Woche: ein neuer Punkt.

Das wird dein ChatGPT-Prompt.

Der Prompt, der funktioniert

Ich schreib nicht mehr: "Schreib einen Blog über Datenschutz."

Ich schreib:

"Ein Optiker aus Hannover rief an und fragte: 'Wo landen meine Kundendaten, wenn ich dieses Tool nutze?' Er hatte Angst, dass alles in Amerika landet. Seine Frage war nicht Marketing-technisch. Sie war existenziell. Schreib eine Erklärung die diese Angst nimmt — aber nicht mit Jargon. Mit konkretem Beispiel. Wo die Daten landen. Warum es sicher ist oder nicht. Was der Optiker an Montag machen soll."

Das ist keine Anweisung mehr. Das ist eine Szene. Ein Mensch mit einer echten Sorge.

Die Texte, die dann rauskommen, sind nicht mehr generisch. Sie haben Blut. Sie kennen die Angst.

Manchmal macht ChatGPT drei Versuche, bevor ich sage: "Okay, stimmt." Manchmal schmeißt es einen ganz falsch gemaschten Entwurf raus. Aber zumindest ist die Richtung nicht länger "Generic Marketing Tool Feature Overview". Die Richtung ist: "Ein Mensch sitzt im Auto und hört deinen Text." Und dieser Mensch ist nicht abstrakt.

Was KI allein nicht kann

Das muss man klarstellen: KI schreibt nicht dein Geschäft. Sie schreibt schneller, wenn du ihr zeigst, was dein Geschäft ist.

Ohne deine Kundenerfahrung bleibt sie eine Schreibmaschine. Mit ihr wird sie zum Werkzeug, das echte Stimmen verstärkt.

Mein Espresso steht seit zwei Stunden auf dem Tisch. Kalt. Aber der nächste Blog ist gegenüber drei Entwürfen schneller fertig — weil ChatGPT plötzlich weiß, dass ich nicht für "Marketer" schreibe. Ich schreibe für den Friseur aus Hannover. Für den Steuerberater, der nachts nicht schlafen kann. Für den Optiker, dessen Angst real ist.

Das ändert alles.

Sammel deine Kundenfetzen. Halt dein Telefon mit. Schreib auf, was drei verschiedene Menschen dich nacheinander fragen. Und dann füttere ChatGPT damit.

Nicht mit deinem Produkt. Mit deinem Laden.


PS: Falls dich interessiert wie das konkret funktioniert — ob du mit Claude, Gemini oder ChatGPT fragst — schreib mir. Ich hab die Prompt-Templates die ich nutze auch als Notion-Vorlage. Einfach bescheid sagen.

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